Perspektiven der Pfarrei -
Wohin kann sich die Gemeinde
St. Georg entwickeln?
Vortrag zum Thema "Stadtkirche"...
Einkehrtag 2010 des Pfarrgemeinderates...
Vortrag zum Thema "Stadtkirche"
von Herrn Pfarrer Schlosser
Bei der Gesprächsbegegnung am 20.10.2006 stellte Stadtpfarrer Michael Schlosser Gedanken zur Diskussion, wie kirchliche Arbeit in Zukunft gestaltet werden könnte. Er nennt das Konzept "Stadtkirche" - ein Ausdruck, den auch Kardinal Wetter in einem Brief an die Pfarrgemeinderäte gebraucht hatte.
Vernetzung eigenständiger Gemeinden
Es geht darum, eigenständige Gemeinden, die noch einen eigenen Pfarrer haben, zu vernetzen. Diese Überlegungen sind als Reaktion gedacht auf die veränderte Lebensweise der Menschen und damit auch auf die Gemeindemitglieder; Stichwort: Mobilität, Vielfältigkeit der Kommunikation, aber auch auf die Verschiedenheit, wie Menschen heute glauben. Pfarrer Schlosser kann sich gut vorstellen, dass hier auch die evangelische Kirche eingebunden wird, also Stadtkirche - ökumenisch gedacht. Natürlich muss berücksichtigt werden, ob die einzelnen Gemeinden das überhaupt wollen.
Eine Szenerie konkret für Freising könnte sich Pfarrer Schlosser etwa so denken:
Grundsätzlich bleiben die einzelnen Gemeinden bestehen. Auch in kleineren Orten muss die Kirche als Gebäude und in den bestehenden funktionierenden Gruppen präsent sein, das ist die Stärke der Kirche. Damit wird dem Bedürfnis der Menschen entsprochen, die sich in einer "klassischen" Gemeinde zu Hause fühlen. Auch die Personalgemeinden (Pallotti, Dom) haben weiter ihre Berechtigung. Aber es gibt auch Leute, die aus persönlichen oder sonstigen Gründen sich nicht zuordnen wollen, in verschiedene Kirchen gehen, oder solche, die nur punktuell, beispielsweise bei Todesfällen oder an Weihnachten kommen.
Daraus ergeben sich Konsequenzen:
- Liturgie:
Entzerrung der Gottesdienstzeiten - Man könnte beispielsweise zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich gestaltete Christmetten anbieten. Warum nicht zu jeder Stunde eine Christmette? Oder es könnten auf Stadtebene Gottesdienste für bestimmte Interessengruppen angeboten werden. Nicht jede Gemeinde braucht eigene - meist schlecht besuchte - Jugendgottesdienste. - Katechese:
Hier könnte man an gemeinsame Bildungsarbeit, Bibelkreise, Gemeindebriefe oder Predigtzyklen denken. - Diakonie:
In diesem Bereich gibt es zum Teil schon pfarrei- und konfessionsübergreifende Gruppen. Hospiz-, Trauer- und Lebenshilfe seien hier genannt. Aber auch gemeinsame Spendenaktionen, Benefizveranstaltungen wären möglich. - Integration:
Die Jugendarbeit könnte verknüpft werden. Spirituelle Gruppen könnten sich finden. Treffen zwischen deutschen und ausländischen Ehepaaren könnten angeboten werden.
Nicht jede Gemeinde muss alles anbieten!
Aus evangelischer Sicht beschrieb Pfarrer Weidemann die Situation in seiner Gemeinde. Das ist ja eine Kirchengemeinde mit vier Pfarrern und verschiedenen Zentren. In der Christi-Himmelfahrt-Kirche werden die eher traditionellen Bereiche abgedeckt. Im Paul-Gerhard-Haus sollten die meditativen Veranstaltungen ihren Platz finden. Im Epiphaniaszentrum liegt der Schwerpunkt aufgrund der Lage und des großen Zuzugs in Lerchenfeld auf der Familienarbeit.
In der Diskussion wurde freilich auch auf die Gefahr hingewiesen, die Kirche als großen Supermarkt zu betrachten. Pfarrer Schlosser stellte dem gegenüber das Bild des Gartens Gottes, durchaus mit einem Zaun und nötiger Pflege, in dem aber blühen und wachsen darf und in dessen Mitte der Tisch der Eucharistie steht.
Zum Schluss verwies Pfarrer Weidemann noch auf ein praktisches Beispiel. Er regte an, sich einmal in der Subregion Ismaning und Unterföhring umzuschauen.
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Elisabeth Stroh

