Ansicht von St. Georg
Innenansicht von St. Georg mit Blick auf das Retabel und das Chorhauptfenster mit der Darstellung des auferstandenen Christus

St. GeorgGeschichte der Pfarrei

Lage ...
Geschichte der Pfarrei und die erste Kirche ...
Bau- und Ausstattungsgeschichte ...
Innenraum und Ausstattung ...

Der nachstehende Text enthält Zitate aus dem Kirchenführer
"Die Kirchen der Pfarrei St. Georg Freising", Autor: Dr. Bernd Feiler. Der Kirchenführer liegt zum Preis von 4,-- EUR in der Pfarrkirche St. Georg aus.

Lage

Weithin sichtbar überragt mit seinen 84 Metern der barocke Turm der Stadtpfarrkirche St. Georg die Häuser der Freisinger Altstadt. Der prächtige Turm ist neben dem Dom das Wahrzeichen der Stadt Freising. Er gehört zu einem spätgotischen Gotteshaus, das nördlich des Dombergs auf leicht erhabenem Terrain steht. Die Lage der Kirche am Hauptplatz der Stadt und nördlich der alten Hauptstraße, die dem Verlauf des Flüsschens Moosach folgt, unterstreicht ihre Bedeutung als städtische Bürgerkirche.

Geschichte der Pfarrei und die erste Kirche

Nach der Gründung des Bistums Freising im Jahr 739 wurden Burg, Kirche und Siedlung zur Geburtsstätte der geistlichen Stadt Freising. Ab 1250 muss die Seelsorge für die Stadt vom Domberg in das Moosachtal auf einen Vorgängerbau der heutigen Georgskirche übertragen worden sein. Die Säkularisation im Jahr 1803 führte zu grundlegenden Veränderungen in der Pfarrei: Die pastoralen Aufgaben der aufgelösten Freisinger Stiftspfarreien St. Andreas und St. Veit wurden 1837 St. Georg übertragen. Mit der Erhebung Neustifts zur Pfarrei im Jahr 1897 und der Gründung der Pfarrei St. Lampert verkleinerte sich der Pfarrsprengel St. Georg wieder. Heute werden die Pfarreien Haindlfing und Tüntenhausen von St. Georg mitbetreut.

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Mit der Errichtung des heutigen Gotteshauses wurde wohl erst in der zwei­ten Hälfte des 15. Jahrhunderts begonnen. Im Jahr 1494 war die Einwölbung des Kirchenraumes abgeschlossen. Der aus Graubünden stammende Landshuter Stadtbaumeister Antonia Riva errichtete 1689 den Kirchturm.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche St. Georg fast vollständig mit neugotischen Gemälden, Skulpturen und Altären ausgestattet. Ab den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts setzte die Kritik an dieser Ausstattung der Kirche ein. 1955 wurde die gesamte neugotische Ausstattung entfernt. Zwischen 1967 und 1972 wurden die Außenfassade des Gotteshauses, ihr Turm und das Dach restauriert. Die Raumschale präsentiert sich seit 2003 in der Version von 1497. Für den Chor schufen Susanna und Bernhard Lutzenberger ein neues Retabel, den neuen Tabernakel und den Ambo.

Innenraum und Ausstattung

Die Georgskirche ist eine dreischiffige Staffelhalle, die Gewölbe der Seitenschiffe sind niedriger als das des Mittelschiffs. Das Langhaus und der um drei bzw. vier Stufen erhöhte Chorraum im Osten sind nicht voneinander getrennt. Nach Befunden zur Farbfassung der Erbauungszeit erhielten die Rippen, Schild- und Jochbögen einen beigen Sandton mit weißen Fugenaufmalungen, während die Gewölberücklagen, die Wände. Pfeiler und Dienste weiß gekalkt wurden. Der Innenraum gewann dadurch seine ursprüngliche Leichtigkeit und Transparenz zurück.

Eines der ältesten Bildwerke in St. Georg ist das Kruzifix am Chorbogen. Das Retabel hinter dem Hochaltar setzt sich aus 225 übereinander geschichteten Tombakstäben zusammen. In der Fastenzeit hängt davor ein eindrucksvolles schwarz­weißes Fastenbild von Ernst Wengert.
Heute verfügt die Kirche nur mehr über zwei Seitenaltäre. Den nördlichen schmückt die spätgotische Skulptur mit der Darstellung des heiligen Nikolaus. Am südlichen Seitenaltar findet sich ein qualitätvolles Vesperbild aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Das monumentale Bildwerk an der Westwand zeigt den Drachenkampf des heiligen Georg.
An der Westwand des nördlichen Seitenschiffes erblickt man eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, ursprünglich die Rückwand eines Flügelaltares. Die Pfarrkirche St. Georg umgab über Jahrhunderte ein Gottesacker. Auch der Innenraum diente als Begräbnisort. Daran erinnern die insgesamt 55 Grabsteine, die zum Teil auch aus den abgebrochenen Stiftskirchen St. Andreas und St. Veit stammen.

Das Turmerdgeschoss wurde im Zuge der letzten Restaurierung zur Marienkapelle umgestaltet.

  • Norbert Zanker

letzte Aktualisierung: 07.02.2007